Mehrstufige Erweiterung und Modernisierung eines Heizkraftwerkes

Objektplanung LPH 1 – 8 / 7 – 8
Tragwerksplanung LPH 1 – 6

Das Heizkraftwerk am Ortenberg in Marburg, dessen Ursprung in einem 1957 errichteten Komplex aus Kesselhaus (Stahl-Skelett-Bauweise, ca. 18 Meter hoch) und einem massiv gebauten Nebengebäude (dreigeschossig, ca. 11 Meter hoch) liegt, wurde in den Folgejahrzehnten sukzessive modernisiert und erweitert, um die Fernwärmeleistung zu steigern.

Die erste Erweiterung umfasste einen separaten Neubau in Stahlbetonbauweise für die Blockheizkraftwerke (BHKW) I und II. Das Gebäude mit Grundrissmaßen von ca. 10 x 21 Metern und einer Höhe von knapp 12 Metern erhielt im Innern ein Sekundärtragwerk aus Stahl zur Aufnahme der technischen Installationen und für Wartungsarbeiten. Ergänzend wurden zur Wärmespeicherung ein 100 m³ großer Pufferspeicher im Außenbereich sowie ein zusätzlicher 42 Meter hoher Schornstein errichtet. Aufgrund der örtlichen Bodenverhältnisse waren für diese Erweiterungen Tiefgründungen mittels duktiler Guss- und Mikropfähle erforderlich. Bei diesem Bauabschnitt haben wir die Leistungen der Objektplanung (LPH 7 und 8) erbracht.

Mit der zweiten Stufe folgte ein weiterer Neubau, ebenfalls in Stahlbetonbauweise, zur Integration des BHKW III. Die Abmessungen betragen ca. 10 x 18 Meter bei einer Gebäudehöhe von gut 10 Metern. Das Dachtragwerk wurde in einer unterstützungsfreien Bauweise realisiert. Dies ermöglichte es, unmittelbar nach der Betonage der Dachdecke mit der Montage des inneren Sekundärtragwerkes (Installations- und Betriebsebene in Stahlbauweise) zu beginnen, ohne durch Abstützungen behindert zu werden. Die Gründung erfolgte auf einer elastisch gebetteten Bodenplatte. Eine außenliegende Stahltreppenanlage, die alle drei Gebäudeteile miteinander verbindet, rundete die Baumaßnahme ab. In dieser Erweiterungsstufe übernahmen wir die vollständige Objektplanung (LPH 1–8) sowie die Tragwerksplanung (LPH 1–6).

Flankierend zu den Neubauten erfolgte unsererseits eine statisch-konstruktive Überprüfung des Bestandsgebäudes aus den 1950er Jahren. Zudem begleiteten wir mehrere Umbauarbeiten im Bestand sowohl in objektplanerischer als auch in tragwerksplanerischer Hinsicht.